Das Hofleben

Ein Tag auf dem Hof

Am besten lernst du Gut Waitzrodt kennen, wenn du ihm einfach einen Tag lang zusiehst. Er hat seinen eigenen Takt — und der beginnt früh.

Ankommen

Du biegst ab — und die Welt wird langsamer

Von der Landstraße geht es rechts hinein, der Asphalt wird zu Pflaster, und auf einmal hat es keine Eile mehr. Links wiehert es leise, rechts dampft Kaffee auf einer Terrasse, über den Wiesen hängt noch Nebel. Ein paar Schritte weiter steht das Gutshaus von 1802, als hätte es schon immer auf dich gewartet.

„Ankommen, loslassen, leichter werden."

Seit 1978 führt die Familie Sommer diesen Hof. Aus einer kleinen Pferdepension ist ein ganzer Kosmos geworden — und das Schönste daran: Er ist echt. Was für die Ostwind-Filme die perfekte Kulisse war, ist hier ganz normaler Alltag.

Historisches Gutshaus von Gut Waitzrodt
Pferde am frühen Morgen auf Gut Waitzrodt

Früher Morgen

Die Ersten sind schon unterwegs

Noch ist es ruhig — nur das sanfte Schnauben und Wiehern der Pferde liegt in der Luft. Und doch sind die Ersten längst da: die frühen Einstellerinnen versorgen ihre Pferde, manch einer sitzt schon im Sattel und reitet aus. Die ersten Bewegungen des Tages — leise, vertraut, der Anfang von allem.

Stallgang der Pferdepension mit Pferden in den Boxen

Vormittag

Jetzt gehört der Hof denen, die ihn tragen

Vormittags gehört der Hof denen, die ihn am Laufen halten: den Stallleuten, den Enten und Gänsen, den Hunden, die übers Pflaster tapsen. Unter der Woche versorgen die Kinder vom Projekt Reiterhof ihre Tiere, der Schmied arbeitet sich Huf um Huf durch den Stall, und im Hintergrund hält seit Jahrzehnten ein grüner Daumen die Beete in Ordnung.

Regionale Produkte im Waitzrodter Lädchen

Mittag

Die Ruhe vor dem Trubel

Mittags wird es geschäftiger: die Lieferung fürs Lädchen, das Futter für die Pferde, die vielen kleinen Arbeiten, die einen Hof am Laufen halten. Noch ist es die Ruhe vor dem eigentlichen Trubel — und Zeit für eine schnelle Mittagspause.

Kind mit Pony in der Ponyreitschule

Nachmittag

Jetzt geht das richtige Wuseln los

Wenn die Schule aus ist, kommt der Hof in Fahrt. Die meisten Einsteller kommen jetzt zu ihren Pferden, in der Halle und auf den Plätzen wird geritten, was das Zeug hält. In der Ponyreitschule ist Full House: geputzt, gesattelt, ausgeritten. Nebenan trägt im Ponydrome ein Pony ein Kind ein Stück Vertrauen entgegen. Überall Bewegung — ein knapper Gruß, ein kurzes Wort, und jeder geht weiter seinen Weg.

Pferde auf der Koppel im Abendlicht

Abend

Der Gang wird langsamer — nie ganz still

Gegen Abend wird noch einmal gefüttert, die Heukarren rollen ein letztes Mal über den Hof. Dann wird der Gang langsamer — ganz still wird es nie. In einer Ecke plant schon eine Gruppe den nächsten Lehrgang oder das nächste Turnier. Der Hof atmet aus — und ist doch nie ganz fertig für heute.

Belebter Hofplatz auf Gut Waitzrodt

Die, die hier eigentlich das Sagen haben

Ponys, Gänse und ein paar Hasen

Fussel, Dusty, Liam, Grace, Mäxchen, Owen, Max und Frieda — die Ponys kennen die Kinder beim Namen, lange bevor sie reiten können. Dazwischen wuseln Ziegen, Gänse und Hühner, im Frühjahr piepsen die Küken, ein Hofhund trottet hinterher, und in einem Stall hoppeln die Hasen.

Das ist kein Streichelzoo zur Dekoration. Es ist einfach das Leben, das hier herrscht — laut, warm und mittendrin.

Rund um das Gutshaus, in der U-Form des Hofes, ist Gut Waitzrodt ein einziger Raum der Begegnung — ein Eintauchen in eine eigene Welt, in der die Zeit ein bisschen anders vergeht.