
Josefa „Sefi" Sommer
Physiotherapie & Vielseitigkeit
Wie alles begann
Von Friedrich Sigismund Waitz von Eschen bis zur Familie Sommer — ein Hof, durch den über zwei Jahrhunderte das Leben zog. Die wichtigsten Stationen, kurz erzählt, mit Bildern aus dem Familienarchiv.

Gegründet wird Gut Waitzrodt von Friedrich Sigismund Waitz von Eschen (1745–1808), einem der mächtigsten Männer Hessens — Staatsminister, Unterhändler des Friedens von Basel 1795. Er lässt 1802 das Gutshaus bauen und gründet den Hof durch Rodung von Heideflächen: aus „Waitz" und „roden" wird Waitz-rodt.
Die Familie Waitz von Eschen, ursprünglich aus Thüringen und 1764 in den Reichsfreiherrenstand erhoben, macht den Hof für lange Zeit zu ihrem Hauptwohnsitz.

Ein Luftbild von 1952 zeigt es noch: Auch über Waitzrodt zog der Zweite Weltkrieg hinweg — die Krater im Boden erzählen davon. Nach dem Krieg nimmt die Landreform große Teile der Flächen; der Hof verliert an Bedeutung und wird stiller.

Im Januar 1945 flieht Ursula Schafft-von Loesch mit ihren Kindern, ihren Eltern und vier Pferden aus Schlesien gen Westen — als letzter Mensch verlässt sie das Gut Buchenhain, so wie ihr im Krieg gefallener erster Mann es sich gewünscht hatte. Ihr bewegtes Leben hält sie später in mehreren Büchern fest, darunter „Mit vorher nie gekanntem Mut".
In Kassel begegnet sie dem Theologen und Pädagogen Hermann Schafft — Menschenrechtler, Regierungsdirektor, bis heute Namensgeber einer Schule. Er ermöglicht ihr ein Studium; die beiden heiraten und bauen in Nordhessen ein neues Leben auf.
„Mit vorher nie gekanntem Mut.“

Schon einmal hatte Ursula Schafft Station auf Gut Waitzrodt gemacht, ehe sie als Lehrerin nach Mariendorf zog. Jahre später fahren Joachim und Johanna Schafft-Sommer immer wieder zu Besuch bei „Großmutti" in Mariendorf — und kommen dabei stets an einem Ortsschild vorbei: Gut Waitzrodt.
Aus diesen Vorbeifahrten wird eine Idee. Und so beginnt für den alten Hof eine neue Zeit.



Die Familie Sommer übernimmt: Joachim und Johanna Schafft-Sommer pachten Gut Waitzrodt und richten einen Pferdehof ein — Wohnsitz und Arbeit zugleich. Mit dabei von Anfang an: „Großmutti" Ursula, bei der das Reiten ein Leben lang zu Hause war.



1980 heiraten Joachim und Johanna in Immenhausen. Es sind die Jahre, in denen aus dem verwunschenen Hof wieder ein lebendiges Zuhause wird — sommers wie winters.

Es dauert nicht lange, bis auch Sibylle und Karl-Hartmut Garff nach Gut Waitzrodt ziehen — mit ihren Kindern Katharina und Dorothea. Sibylle ist Ursulas Tochter und Johannas Schwester; so sind die Familien Sommer und Garff bis heute über den Hof verbunden.
Karl Garff, die humorvolle Stimme Nordhessens, wird mit seinem „Dinner for one auf Nordhessisch" später weit über die Region hinaus bekannt — und gehört doch ganz selbstverständlich zum Hof.


Aus dem kleinen Anfang wächst, was Waitzrodt heute ausmacht: die Pferde. Ursula gibt schon den Jüngsten Reitunterricht, die nächste Generation wächst im Sattel auf — Judith, Johannes und Josefa. So beginnt das Leben der Sommers auf Gut Waitzrodt.
Bis heute
Gut Waitzrodt wird bis heute von der Familie Sommer geführt. Joachim und Johanna haben den Hof an die nächste Generation weitergegeben — sie führen die einzelnen Betriebe und tragen den Hof weiter:

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