Wie alles begann

Die Geschichte der Sommers

Von Friedrich Sigismund Waitz von Eschen bis zur Familie Sommer — ein Hof, durch den über zwei Jahrhunderte das Leben zog. Die wichtigsten Stationen, kurz erzählt, mit Bildern aus dem Familienarchiv.

  1. Gut Waitzrodt um 1923
    Gut Waitzrodt um 1923
    1802

    Ein Landsitz auf gerodeter Heide

    Gegründet wird Gut Waitzrodt von Friedrich Sigismund Waitz von Eschen (1745–1808), einem der mächtigsten Männer Hessens — Staatsminister, Unterhändler des Friedens von Basel 1795. Er lässt 1802 das Gutshaus bauen und gründet den Hof durch Rodung von Heideflächen: aus „Waitz" und „roden" wird Waitz-rodt.

    Die Familie Waitz von Eschen, ursprünglich aus Thüringen und 1764 in den Reichsfreiherrenstand erhoben, macht den Hof für lange Zeit zu ihrem Hauptwohnsitz.

  2. Luftbild 1952 — die Spuren der Bombennächte
    Luftbild 1952 — die Spuren der Bombennächte
    1952

    Krieg und Narben

    Ein Luftbild von 1952 zeigt es noch: Auch über Waitzrodt zog der Zweite Weltkrieg hinweg — die Krater im Boden erzählen davon. Nach dem Krieg nimmt die Landreform große Teile der Flächen; der Hof verliert an Bedeutung und wird stiller.

  3. Familie Schafft 1954, Kassel: Ursula und Hermann mit den Kindern Hanna, Hans, Ecke und Bine
    Familie Schafft 1954, Kassel: Ursula und Hermann mit den Kindern Hanna, Hans, Ecke und Bine
    ab 1945

    Ursula Schafft-von Loesch: Flucht und Neuanfang

    Im Januar 1945 flieht Ursula Schafft-von Loesch mit ihren Kindern, ihren Eltern und vier Pferden aus Schlesien gen Westen — als letzter Mensch verlässt sie das Gut Buchenhain, so wie ihr im Krieg gefallener erster Mann es sich gewünscht hatte. Ihr bewegtes Leben hält sie später in mehreren Büchern fest, darunter „Mit vorher nie gekanntem Mut".

    In Kassel begegnet sie dem Theologen und Pädagogen Hermann Schafft — Menschenrechtler, Regierungsdirektor, bis heute Namensgeber einer Schule. Er ermöglicht ihr ein Studium; die beiden heiraten und bauen in Nordhessen ein neues Leben auf.

    „Mit vorher nie gekanntem Mut.“

  4. Das Ortsschild, das alles ins Rollen brachte
    Das Ortsschild, das alles ins Rollen brachte
    um 1964

    Eine Brücke, die nach Waitzrodt führt

    Schon einmal hatte Ursula Schafft Station auf Gut Waitzrodt gemacht, ehe sie als Lehrerin nach Mariendorf zog. Jahre später fahren Joachim und Johanna Schafft-Sommer immer wieder zu Besuch bei „Großmutti" in Mariendorf — und kommen dabei stets an einem Ortsschild vorbei: Gut Waitzrodt.

    Aus diesen Vorbeifahrten wird eine Idee. Und so beginnt für den alten Hof eine neue Zeit.

  5. Das Gutshaus 1978
    Das Gutshaus 1978
    Der Gutshof 1978
    Der Gutshof 1978
    Großmutti Ursula mit Enkelin Jule, 1978
    Großmutti Ursula mit Enkelin Jule, 1978
    1978

    Joachim & Johanna pachten den Hof

    Die Familie Sommer übernimmt: Joachim und Johanna Schafft-Sommer pachten Gut Waitzrodt und richten einen Pferdehof ein — Wohnsitz und Arbeit zugleich. Mit dabei von Anfang an: „Großmutti" Ursula, bei der das Reiten ein Leben lang zu Hause war.

  6. Hochzeit Johanna & Joachim, Immenhausen, Juli 1980
    Hochzeit Johanna & Joachim, Immenhausen, Juli 1980
    Johanna und Jochen 1980 auf Gut Waitzrodt
    Johanna und Jochen 1980 auf Gut Waitzrodt
    Joachim im Schlitten, Winter 1980
    Joachim im Schlitten, Winter 1980
    1980

    Hochzeit in Immenhausen

    1980 heiraten Joachim und Johanna in Immenhausen. Es sind die Jahre, in denen aus dem verwunschenen Hof wieder ein lebendiges Zuhause wird — sommers wie winters.

  7. Sibylle & Karl-Hartmut Garff
    Sibylle & Karl-Hartmut Garff
    Anfang der 1980er

    Familie Garff zieht mit

    Es dauert nicht lange, bis auch Sibylle und Karl-Hartmut Garff nach Gut Waitzrodt ziehen — mit ihren Kindern Katharina und Dorothea. Sibylle ist Ursulas Tochter und Johannas Schwester; so sind die Familien Sommer und Garff bis heute über den Hof verbunden.

    Karl Garff, die humorvolle Stimme Nordhessens, wird mit seinem „Dinner for one auf Nordhessisch" später weit über die Region hinaus bekannt — und gehört doch ganz selbstverständlich zum Hof.

  8. Ursula gibt Jule Reitunterricht, 1982
    Ursula gibt Jule Reitunterricht, 1982
    Die nächste Generation: Judith, Johannes und Josefa, 1985
    Die nächste Generation: Judith, Johannes und Josefa, 1985
    ab 1982

    Wo die Reiterei begann

    Aus dem kleinen Anfang wächst, was Waitzrodt heute ausmacht: die Pferde. Ursula gibt schon den Jüngsten Reitunterricht, die nächste Generation wächst im Sattel auf — Judith, Johannes und Josefa. So beginnt das Leben der Sommers auf Gut Waitzrodt.

Bis heute

Der Hof bleibt in Familienhand

Gut Waitzrodt wird bis heute von der Familie Sommer geführt. Joachim und Johanna haben den Hof an die nächste Generation weitergegeben — sie führen die einzelnen Betriebe und tragen den Hof weiter:

Josefa „Sefi" Sommer

Josefa „Sefi" Sommer

Physiotherapie & Vielseitigkeit

Judith „Jule" Sommer

Judith „Jule" Sommer

Ponyreitschule & Reitverein

Johannes „Hannes" Sommer

Johannes „Hannes" Sommer

Ferienwohnungen & Haferboden

Die Betriebe heute entdecken